Pressemitteilung der WRGN- Ergebnisse Unternehmensbefragung Goettingen Northeim 2026

30.09.2026 I Göttingen/Northeim

Unternehmensbefragung 2026: Regionale Wirtschaft blickt trotz Herausforderungen nach vorn

Hohe Standortzufriedenheit und positive Entwicklungsplanungen – Fachkräfte, Digitalisierung und Fördermittel bleiben zentrale Themen für die Unternehmen in der Region Göttingen und Northeim

Die Unternehmen in der Region Göttingen und Northeim zeigen sich insgesamt zufrieden mit ihrem Wirtschaftsstandort und blicken trotz bestehender Herausforderungen überwiegend positiv auf ihre weitere Entwicklung. Das ist ein zentrales Ergebnis der Unternehmensbefragung 2026, die von der Wirtschaftsförderung Region Göttingen Northeim GmbH (WRGN) gemeinsam mit der GWG Gesellschaft für Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Göttingen mbH durchgeführt wurde.

2.450 Betriebe wurden von Juni bis Juli 2026 von der WRGN und der GWG angeschrieben. 526 füllten den Onlinefragebogen aus, was einer hohen Rücklaufquote entspricht. Durchgeführt und ausgewertet wurde die Befragung von der GEFAK Gesellschaft für angewandte Kommunalforschung mbH aus Marburg.

Standort punktet – Fachkräfte und Infrastruktur bleiben Herausforderungen

Die Gesamtzufriedenheit mit dem Standort ist weiterhin hoch. Zu den Stärken der Region zählen insbesondere die Straßen- und Verkehrsanbindung, die Nahversorgung, die Stromversorgung und das Schulangebot. Handlungsbedarf sehen die Unternehmen dagegen vor allem bei der Verfügbarkeit von Arbeitskräften und Wohnflächen, beim öffentlichen Personennahverkehr sowie bei der Ladeinfrastruktur – insbesondere für Lkw. Gegenüber vorherigen Befragungen in den Jahren 2022 (Landkreis Northeim) und 2023 (Landkreis und Stadt Göttingen) zeigen sich insgesamt nur geringe Veränderungen. Verbesserungen werden unter anderem bei der Ladeinfrastruktur sowie leicht bei der Verfügbarkeit von Gewerbeflächen und Arbeitskräften wahrgenommen.

Gleichzeitig bleibt die Fachkräftesicherung eine zentrale Herausforderung. 62 Prozent der antwortenden Unternehmen berichten von Schwierigkeiten bei der Stellenbesetzung. Besonders häufig betrifft dies gelernte Arbeitskräfte und Auszubildende. Gleichzeitig ist sichtbar, dass die geplante Zahl der Neueinstellungen sich auf einem niedrigeren Niveau als bei früheren Befragungen bewegt. Dennoch überwiegen bei den betrieblichen Entwicklungsplanungen die positiven Vorhaben deutlich: Viele Unternehmen planen Neueinstellungen, Investitionen in ihre Standorte sowie die Einführung neuer Dienstleistungen, Produkte und Verfahren.

Digitalisierung, KI und Nachhaltigkeit gewinnen weiter an Bedeutung

Auch Digitalisierung und Künstliche Intelligenz beschäftigen die regionale Wirtschaft intensiv. Rund 70 Prozent der hierzu antwortenden Unternehmen sehen Herausforderungen bei Datenschutz und IT-Sicherheit sowie bei den IT-Kompetenzen ihrer Mitarbeiter*innen. Zwischen 20 und 30 Prozent der Betriebe zählen bei einzelnen Fragestellungen bereits zu den Vorreitern beim Einsatz von KI. Gleichzeitig planen zahlreiche Unternehmen konkrete Nachhaltigkeitsmaßnahmen – von eigener Energieerzeugung über E-Mobilität bis zur energetischen Optimierung. „Die Ergebnisse zeigen, dass die Unternehmen in unserer Region die Transformation aktiv gestalten. Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und Nachhaltigkeit sind längst konkrete betriebliche Themen. Gleichzeitig wird deutlich, dass viele Unternehmen bei diesen Veränderungen Unterstützung und starke Partner benötigen. Genau hier wollen wir als Wirtschaftsförderungen gemeinsam ansetzen“, sagt Jens Düwel, Geschäftsführer der GWG.

Die Ergebnisse der Befragung bilden für die Wirtschaftsförderungen eine wichtige Grundlage, um Beratungsangebote und Projekte noch stärker am konkreten Bedarf der Unternehmen auszurichten.
Innovation, Förderung und Vernetzung bleiben dabei zentrale Bausteine für eine starke und zukunftsfähige Wirtschaftsregion Göttingen und Northeim.


„Die Befragung zeigt uns sehr konkret, wo die Unternehmen der Region Chancen sehen und wo Unterstützung benötigt wird. Besonders erfreulich ist, dass trotz der vielfältigen Herausforderungen Investitionen, Neueinstellungen und Weiterentwicklungen bei vielen Betrieben auf der Agenda stehen. Für uns ist das zugleich ein klarer Auftrag: Wir wollen Unternehmen bei Fachkräftesicherung, Digitalisierung, Innovation und Förderung gezielt begleiten und die Rahmenbedingungen gemeinsam mit unseren Partner*innen weiter verbessern“, sagt Marc Diederich, Geschäftsführer der WRGN.

Ergebnisse im RegioBoard

Ausgewählte Ergebnisse der Unternehmensbefragung sind ab dem 1. Oktober 2026 auch online im RegioBoard Region Göttingen Northeim hier verfügbar: https://datacharts.de/regioboard-region-goettingen-northeim/ . Die interaktive Anwendung ermöglicht es, zentrale Ergebnisse der Befragung räumlich differenziert zu betrachten – teilweise bis auf Ebene der Städte und Samtgemeinden. Nutzer*innen können sich dort beispielsweise über die Bewertung verschiedener Standortfaktoren, die Hauptabsatzgebiete der Unternehmen oder betriebliche Entwicklungsplanungen informieren und Unterschiede innerhalb der Region nachvollziehen. Damit bietet das RegioBoard Unternehmen, Kommunen, Politik und weiteren Interessierten einen anschaulichen Einblick in ausgewählte Ergebnisse der Befragung.