Statistische Berichte

Mit dem Statistischen Berichtsheft werden die in der Servicestelle jährlich erhobenen (kleinräumigen) demografischen, wirtschaftlichen und sozialen Daten im Landkreis dargestellt. So ist es möglich, Entwicklungen zu erkennen und zu analysieren. Die Datenzusammenstellung bietet Argumentationshilfen und Entscheidungsgrundlagen für Akteur*innen in Politik, Verwaltung, Wirtschaft sowie für die Bürger*innen in den Städten und Gemeinden.


Statistisches Berichtsheft 2025

Der vorliegende Bericht dokumentiert die demografischen und strukturellen Veränderungen im Landkreis Göttingen seit 2020 (Bevölkerung, Migration, Arbeitsmarkt) bzw. 2017 (Soziales, Wohnen, Wahlen).

Bevölkerung 

Seit 2020 ist die Einwohnerzahl des Landkreises insgesamt um 3.346 Personen (+1 %) gestiegen. Dieses Wachstum ist vor allem auf den Zuzug von Ukrainerinnen zurückzuführen. Blendet man die Stadt Göttingen aus, sank die Bevölkerung trotz Zuwanderung um 879 Personen (-0,4 %). Die Ursache ist, dass in fast allen Regionen mehr Menschen starben als geboren wurden. Das Durchschnittsalter ist überall angestiegen; die Stadt Göttingen ist mit einem Durchschnittsalter von 42,4 Jahren  jünger als das übrige Kreisgebiet (46,9 Jahre).

Migration, Arbeitsmarkt und Ausbildung   

Im Landkreis (ohne Stadt Göttingen) lebten zuletzt 37.000 Menschen mit Migrationshintergrund. Die Verteilung nach Herkunftsregionen ist kreisweit unterschiedlich; Hann. Münden weist bei etwa 7.000 Personen mit 29% den höchsten Migrationsanteil auf.

Die Beschäftigtenquote ist kreisweit (ohne Stadt Göttingen) seit 2020 leicht gestiegen um 1,3 Prozentpunkte auf 62,8%. Der Zuwachs geht, wie auch auf Bundesebene, überwiegend auf ausländische Beschäftigte zurück (um +1.645). Vor allem Hann. Münden profitierte von diesem Zuwachs mit 383 mehr ausländischen Beschäftigten im Vergleich zu 2020. Bei Beschäftigten mit deutscher Staatsangehörigkeit waren in Teilen des Landkreises leichte Rückgänge oder Stagnationen zu verzeichnen, was unter anderem mit Renteneintritten zusammenhing.

Die Zahl der im Landkreis wohnenden Auszubildenden in medizinischen Gesundheitsberufen ist seit 2020 deutlich gestiegen auf 1.330 (+17 %). Die Gruppe der für die regionalen Unternehmen relevanten Ausbildungsberufe im Bereich Mathematik-Informatik-Naturwissenschaften-Technik (MINT) verzeichnete hingegen einen Rückgang von -7% auf aktuell 1.870, wie auch die Gesamtzahl im Landkreis (-2,8%, aktuell 6.107). Dieser Rückgang wird auf demografische Effekte (sinkende Geburtenzahlen nach 2000), aber auch auf die Konkurrenz mit den Hochschulen zurückzuführen sein.

Die Schülerzahlen an den allgemeinbildenden weiterführenden Schulen sind gestiegen. Die Grundschüler*innen sind mehr geworden seit dem Schuljahr 2019/2020, was auf die gestiegenen Geburtenzahlen seit 2016 zurückzuführen ist. Ohne einen Abschluss verließen im Jahr 2024 8% der Abgänger*innen die allgemeinbildenden Schulen, 39 %  machten hingegen ihr Abitur.

Soziale Lage 

Schwerbehinderte Menschen im Landkreis (ohne Stadt Göttingen) wurden erstmals umfassend gezählt. Von den rund 21.000 Personen lebte jede*r 10 mit einer oder mehreren Behinderungen; bei einem Grad von zusammen mindestens 50%. Bei den Menschen ab 65 Jahren war sogar jede vierte Person schwerbehindert.

Die Mindestsicherungsquote lag auf Kreisebene in den letzten Jahren konstant bei etwa 7%. Im Harz bei zwischen 9,2 - 12,9 % und in Hann. Münden (8,6 %) waren höhere Quoten zu beobachten. Der Anteil der sogenannten „Working Poor“ ist insgesamt zurückgegangen von 28% im Jahre 2017: aktuell sind nur noch 21% der erwerbsfähigen Personen im Bürgergeld arm trotz Arbeit.

Flächen, Wohnen und Siedlung 

Seit 2017 sind Wohnbauflächen und Industrie- und Gewerbeflächen im Landkreis (ohne Stadt Göttingen) gewachsen; dies ging mit Flächenversiegelung und Rückgängen landwirtschaftlicher Flächen einher. Die Neubauaktivität war im Zeitverlauf regional unterschiedlich ausgeprägt, die Wohnfläche pro Einwohner*in ist jedoch in allen Gebieten gestiegen und liegt für den Kreis – ohne Stadt - bei 57,2 qm. In Teilen des Harzes waren mit 7% bis 15% höhere Leerstandsquoten sowie der höchste Anteil privat genutzter Ferienwohnungen feststellbar.

Wahlen 

Bei der letzten Bundestagswahl wurde mit 83,1 % eine erhöhte Wahlbeteiligung gegenüber 2017 und 2021 registriert: die höchsten Beteiligungswerte gab es im Umland von Göttingen (89,7 %), während  die niedrigsten im Südharz zu verzeichnen waren (77,9 – 78,7 %).

Bewertung und Hinweise 

Die Daten zeigen mehrere gleichzeitige Entwicklungen: Der Demografische Wandel lässt sich trotz des Zuzugs aus dem Ausland nicht aufhalten. Gleichzeitig gibt es durch die Zuwanderung und eine veränderte Bildungsnachfrage Veränderungen auf dem Arbeits- und Ausbildungsmarkt. Aus den vorliegenden Zahlen lassen sich Hinweise auf Chancen für den Arbeitsmarkt und die Wohnraumentwicklung ableiten. Aussagen zur Versorgungssicherheit, zur Wirksamkeit von Integrationsmaßnahmen oder zur Nachhaltigkeit von Bauaktivitäten erfordern weitergehende Analysen von Fachplaner*innen und ergänzende Daten.

Kontakt 

Für Rückfragen steht die Servicestelle Statistik des Landkreises Göttingen zur Verfügung statistik@landkreisgoettingen.de




Hier finden Sie ältere Ausgaben des Statistischen Berichtshefts: