Internationale Partnerschaften
seit 1951 - District Stroud – Großbritannien (Altkreis Göttingen)
Der District Stroud liegt im Südwesten Englands in der Grafschaft Gloucestershire.
Der Kontakt mit dem District Stroud konnte nach dem 50-jährigen Jubiläum der Partnerschaft im Jahr 2001 mit neuem Leben erfüllt werden. Neben den regelmäßigen Austauschen von Schulen und den Besuchen von Jugendgruppen hat sich ein reger Kulturaustausch etabliert.
seit 1959 - Ville de Suresnes – Frankreich (Altkreis Göttingen)
Die Stadt Suresnes liegt etwa 12 km westlich von Paris, westlich der Seine.
Der Kontakt mit Ville de Suresnes wird hauptsächlich von der Stadt Hann. Münden auf vielerlei Ebenen gepflegt. Diese Begegnungen dienten in den vergangenen Jahren insbesondere zur Initiierung von Kulturaustauschen und Austauschprogrammen, die jungen Menschen Praktikumsplätze zur Verfügung stellten.
seit 1973 - London Borough of Hackney – Großbritannien (Altkreis Göttingen)
London Borough of Hackney ist ein Stadtbezirk von London und liegt nordöstlich des Stadtzentrums.
Die Begegnungen mit Hackney konzentrierten sich in den letzten Jahren auf private Kontakte sowie Austausche zwischen Vereinen, Verbänden und Schulen. Es wäre wünschenswert, wenn viele Schulen und Jugendverbände den Kontakt in Form von Austauschbesuchen weiterhin pflegen könnten, um die Partnerschaft nach Hackney nicht abreißen zu lassen.
seit 1988 – Scarborough Borough Council – Großbritannien (Altkreis Osterode am Harz)
Scarborough ist ein Verwaltungsbezirk mit dem Status eines Borough (Gemeinde, Bezirk) in der Grafschaft North Yorkshire in Großbritannien.
Die Partnerschaft mit Scarbourough ist seit der Begründung sehr intensiv, ein ständiger Austausch findet statt. Regelmäßige Besuche in Großbritannien sowie in Deutschland von Personen aus der Verwaltung und Politik sowie von Jugendgruppen aus Schulen und Vereinen sind selbstverständlich.
seit 2000 - Komitat Fejér -Ungarn (Altkreis Göttingen)
Fejér ist ein Komitat (Verwaltungsbezirk) im nördlichen Zentralungarn, westlich der Donau. Der Komitatssitz ist die alte ungarische Krönungsstadt Székesfehérvár (Stuhlweißenburg).
Die Partnerschaft mit Fejér pulsiert auf vielen Ebenen. So fanden im Kulturbereich gemeinsame Ausstellungen statt. Einen Höhepunkt bildete der binationale Malwettbewerb, der in den Jahren 2001 – 2003 stattfand. Es gibt nicht zuletzt im Nachgang zum Kunst- und Literaturwettbewerb zahlreiche intensive Kontakte zwischen Schulen des Landkreises und denen des Komitat Fejérs. Darüber hinaus haben sich ungarische Delegationen in mehreren Besuchen über den Aufbau unserer Verwaltung und deren Dienstleistungen sowie über das Wirtschaftsleben informiert. Dabei waren und sind wir Ihnen gern bei der Vermittlung von Kontakten zur regionalen Wirtschaft behilflich.
seit 2001 – Ostróda – Polen (Altkreis Osterode am Harz)
Ostróda ist eine Stadt in der polnischen Woiwodschaft (Verwaltungsbezirk) Ermland-Masuren.
Seit dem Bestehen der Partnerschaft erfolgen aus der Verwaltung, der Politik sowie von Gruppen aus Vereinen und Schulen regelmäßige Besuche in Polen sowie in Deutschland.
Partnerschaft mit San Juan Comalapa, Guatemala- seit 2013
Der Landkreis Göttingen hat bereits seit 1998 Kontakte nach San Juan Comalapa in Guatemala. Entstanden sind diese über den Göttinger Verein zur Förderung der Mujeres Mayas (VMM). Der VMM unterstützt verarmte Teile der Bevölkerung Guatemalas, v.a. marginalisierte und meist indigene Landbewohner*innen. Der Verein leistet Hilfe im humanitären, sozialen und kulturellen Bereich und arbeitet mit guatemaltekischen Organisationen, der Deutschen und Guatemaltekischen Botschaft und dem Landkreis Göttingen zusammen.
Im Jahr 2013 schlossen der Landkreis Göttingen und die Stadt San Juan Comalapa eine offizielle Partnerschaft. Mit der 2017 geschaffenen Koordinationsstelle kommunaler Entwicklungspolitik konnte die Partnerschaft intensiviert werden, sodass 2018 eine Delegation der Stadtverwaltung Comalapas in Göttingen zu Besuch war. Gemeinsam einigte man sich auf eine Kooperation im Bereich Abfallentsorgung. Mithilfe der Schaffung eines Runden Tisches Abfallwirtschaft in San Juan Comalapa und pandemiebedingter virtueller Fachkonferenzen zwischen Expert*innen der Abfallwirtschaft, Kreistagsabgeordneten und Mitarbeitenden des Landkreises Göttingen und zivilgesellschaftlichen Initiativen, Stadträten und Mitarbeitenden der Stadtverwaltung San Juan Comalapas. Gemeinsam wurde das Projekt „Kompostierung von Marktabfällen“ vorbereitet. 2021 übernahm die neue Koordinatorin kommunaler Entwicklungspolitik beim Landkreis Göttingen die partnerschaftliche Zusammenarbeit. Im Dezember 2021 finanzierte der Landkreis Göttingen die für die Projektumsetzung notwendigen Maschinen in San Juan Comalapa, sodass das Projekt im Oktober 2022 startete. Ende März 2023 fand die erste Delegationsreise nach San Juan Comalapa statt. Eine zehnköpfige Delegation bestehend aus Erster Kreisrätin, stellvertretender Landrätin, Koordinatorin kommunaler Entwicklungspolitik sowie Kreistagsabgeordneten, zivilgesellschaftlichen Mitgliedern und Mitarbeitenden des Fachdienstes Abfall des Landkreises reiste eine Woche nach San Juan Comalapa. Ziel dieser Delegationsreise war das persönliche Kennenlernen, die Besichtigung der neuen Kompostierungsanlage und die Weiterentwicklung des Abfallprojektes.
Projekt „Kompostierung von Marktabfällen“ in San Juan Comalapa
In San Juan Comalapa existiert bisher kein funktionierendes System der Mülltrennung. Die Stadtverwaltung hat bereits Mechanismen der Abholung eingeführt, um Verbrennungen in Haushalten sowie die direkte Deponierung in Flüssen oder an illegalen Orten zu verhindern. Mehr als 50 % der Abfälle in San Juan Comalapa sind pflanzlichen Ursprungs. Jedoch wurden diese bis Projektstart mit den anderen Materialien zusammen auf einer Deponie entsorgt und kontaminierten die umliegenden Gewässer und Böden. Aus diesem Grund haben Vertreter*innen aus Verwaltung und Politik beider Kommunen beschlossen, gemeinsam ein Projekt zur Kompostierung von Marktabfällen in San Juan Comalapa zu initiieren.
Das gemeinsam von der Stadt San Juan Comalapa und dem Landkreis Göttingen durchgeführte Projekt „Kompostierung von Marktabfällen“ verfolgt das Ziel, die organische Abfälle, die auf dem Markt anfallen, von anderen Abfällen zu trennen und auf einem separaten Gelände zu kompostieren. Für den Projektstart finanzierte der Landkreis Göttingen ein Transportfahrzeug und einen Häcksler. Die Mittel dazu stellte der Kreistag bereit, sodass im Oktober 2022 mit der Kompostierung begonnen werden konnte. Dadurch kann die Umweltverschmutzung reduziert und der Kompost für die Landwirtschaft als Dünger genutzt werden. In einer Schule in San Juan Comalapa werden Jugendliche mithilfe eines Kompostierungsprojektes für Umweltbildung und Mülltrennung sensibilisiert. An diese Initiativen soll das Abfallprojekt anknüpfen.
Die Partnerstadt San Juan Comalapa in Guatemala
Die Gemeinde-Hauptstadt San Juan Comalapa gehört zu dem Bezirk Chimaltenango und liegt auf einer Höhe von 2.150 Metern in einer Entfernung von 83 Kilometern zu Guatemala-Stadt. Die Gemeinde San Juan Comalapa besteht aus einer Kernstadt, aus zwölf Dörfern und zehn Weilern. Von den 46.429 Einwohner*innen Comalapas sind 96,5 % indigener Abstammung (hauptsächlich Kaqchikel Maya).
Der Bildungsstand unter der Bevölkerung im Schulalter ist defizitär, da die meisten Kinder lediglich zur Grundschule gehen, weil weiterführende Schulen für Kinder aus ländlichen Regionen oft zu weit entfernt sind und sie den Eltern in der Landwirtschaft helfen müssen. Der bedeutendste Wirtschafts- und Versorgungsfaktor ist die Landwirtschaft. Viele Frauen weben ihre eigene Kleidung, stellen Kunsthandwerk her und vertreiben ihre Produkte auf den Märkten. Der Großteil der Bevölkerung erzielt Einkünfte unterhalb des Existenzminimums.
In San Juan Comalapa befindet sich das längste Wandgemälde Guatemalas, welches die Geschichte der Stadt von der präkolumbianischen Zeit über die Kolonisierung, den guatemaltekischen Bürgerkrieg bis in die Gegenwart darstellt. San Juan Comalapa wird manchmal als das "Florenz Amerikas" bezeichnet, weil hier viele Kaqchikel-Maler*innen leben. Einer der bedeutendsten indigenen Maler Guatemalas, Andrés Curruchich (1891-1969), malte Szenen des täglichen Lebens und die Traditionen der indigenen Bevölkerung und wurde mit seiner Öl-Malerei international bekannt. Heute gibt es in San Juan Comalapa etwa 500 Maler*innen, von denen die meisten noch die Techniken von Curruchich anwenden, darunter der bekannte Maler Oscar Perén.
Informationen zu weiteren Partnerschaften finden Sie unter Internationale Partnerschaften.
Freundschaftliche Verbindungen
Auf nationaler, wie auch internationaler Ebene unterhält der Landkreis Göttingen zu den Bundesländern Berlin und Sachsen und zu Kreisen in Tschechien und Polen freundschaftliche Verbindungen:
- seit 1976 mit Berlin Steglitz – Berlin
- seit 1989 mit dem Sächsische Schweiz – Osterzgebirge
- seit 1989 mit der Region Ustí – Tschechien
- seit 2001 mit dem Landkreis Koscierzyna – Polen